27.04.10
Projektteam stellt Bürgerbus-Details bei Akademie-Tagung vor
Mit einem Bürgerbus kann der bestehende öffentliche Verkehr sinnvoll ergänzt werden. „Es gibt verschiedene Konzepte für bürgerschaftliches Engagement beim öffentlichen Verkehr“, betont Martin Schiefelbusch vom nexus Institut. Die meisten der in Deutschland verkehrenden Bürgerbusse verbinden ländliche Gemeinden mit einem zentralen Ort. „Dort sind wichtige Dienstleistungen wie Ärzte oder Einkaufsmöglichkeiten vorhanden“, sagt Schiefelbusch bei der Tagung der Akademie Ländlicher Raum im rheinland-pfälzischen Wittlich.
Erster Schritt für Initiativen vor Ort ist der Kontakt zum lokalen Verkehrsunternehmen. „Öffentlicher Verkehr ist genehmigungspflichtig“, betont Helmut Eberhard vom Landesbetrieb Mobilität. Eine Zusammenarbeit mit dem örtlichen Verkehrsunternehmen ist deshalb sinnvoll. Das Verkehrsunternehmen verfügt über Erfahrungen, wie ein neues Angebot geplant werden soll. Und es kann in Abstimmung mit den aktiven Bürgern den Antrag zur Genehmigung stellen.
„Wir betreiben zwar derzeit keinen eigenen Bürgerbus, stehen aber für eine Zusammenarbeit zur Verfügung“, betont Timo Henes, Leiter der Niederlassung Simmern der Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft. Das zur Deutschen Bahn gehörende Unternehmen betreibt derzeit 200 Buslinien in 12 Landkreisen sowie in Koblenz und Trier. Als Vorteil einer Zusammenarbeit sieht Henes vor allem, dass Fahrplan, Tarife und Marketing für einen Bürgerbus in das schon bestehende System eingegliedert werden können.
Gute Beispiele für eine Kooperation zum Nutzen der Bürger gibt es in Nordrhein-Westfalen. Dort sind inzwischen rund 90 Bürgerbusinitiativen aktiv. Der älteste Bürgerbus rollt seit 1985 im münsterländischen Heek. Das Land fördert jeden Bürgerbusverein mit 5.000 Euro pro Jahr. Neue Fahrzeuge können mit 32.000 Euro bezuschusst werden. „Bisher sind nur zwei Projekte wieder eingestellt worden“, erläutert Franz Heckens, Vorsitzender des Vereins „Pro Bürgerbus NRW“. Der Verein versteht sich als Dachverband der lokalen Initiativen.
Eingeladen nach Wittlich hatte die Akademie für den Ländlichen Raum. Die Institution bietet im Jahr 2010 etwa 15 Schulungen zu verschiedenen Themen zum ländlichen Raum in Rheinland-Pfalz an. In Wittlich folgten am 20. April rund 60 Gäste der Einladung. Das Team des Projektes Bürgerbusse lädt zu einer weiteren Veranstaltung am 31. Mai 2010 in das westpfälzische Geiselberg (Verbandgemeinde Waldfischbach-Burgalben).
Linktipps:
www.buergerbus-rlp.de
Präsentation (pdf, 1,1 MB)
Einladung 31. Mai 2010 Geiselberg (pdf)